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Typ 18: Löss-lehmgeprägte Tieflandbäche


Relevante Bewertungsmodule:

„Saprobie“, „Allgemeine Degradation“


Modul „Saprobie“:

Tabelle 1: Grundzustand und Klassengrenzen des Saprobienindex

Grundzustand
Metric-Werte der Klassengrenzen
Metric-Typ
Metric-Name
KG 1/2
KG 2/3
KG 3/4
KG 4/5
T
Saprobienindex
1,65
1,80
2,25
2,85
3,40

Textliche Erläuterung:

Der Gewässertyp zeichnet sich durch einen mäßig hohen saprobiellen Grund­zu­stand aus. Gefälle und Fließverhalten wie auch die Höhe der Autosaprobität sind vergleichbar mit den Bedingungen, wie sie in Fließgewässertyp 14 vorherrschen. Der saprobielle Grundzustand ist daher identisch mit dem der Sandgeprägten Tieflandbäche.


Modul „Allgemeine Degradation“:

Tabelle 2: Ankerpunkte und Metric-Werte der Core Metrics

Ankerpunkte
Metric-Werte der Klassengrenzen
Metric-Typ
Core Metric-Name
oben
unten
KG 1/2
KG 2/3
KG 3/4
KG 4/5
Z/A
EPT [%] (HK)
60,00
15,00
51,00
42,00
33,00
24,00
T
Fauna-Index Typ 14/16
1,30
-1,00
0,84
0,38
-0,08
-0,54
V/D
Anzahl Trichoptera-Arten
10,00
2,00
8,40
6,80
5,20
3,60
F
Litoral-Besiedler [%]
2,00
28,00
7,20
12,40
17,60
22,80

Erläuterung der Metric-Auswahl:

Die Löss-lehmgeprägten Tieflandbäche zeichnen sich im naturnahen Zustand durch ein geschlängeltes bis mäandrierendes Fließverhalten aus. Das Strö­mungsbild ist gleichmäßig, vereinzelt durchsetzt mit flachen, schnell überströmten Bereichen. Arten unterschiedlicher Strömungspräferenzen sind vertreten, Arten der Stillwasserzonen jedoch stark unterrepräsentiert (Litoral-Besiedler [%]). Dominierende Sohlsubstrate sind Schluff und Ton, die zur Ausbildung von Lehm­platten neigen und so hartsubstratähnliche Bestandteile bilden können. Epheme­roptera, Plecoptera und Trichoptera stellen in naturnahen Gewässern dieses Typs bis zu 60 % der vorkommenden Individuen (EPT [%] (HK)). Das Arten­spektrum ist u. a. durch die milchig-trübe Wasserfärbung, die das Vorkommen verschiedener anspruchsvollerer Arten verhindert, eingeschränkt, ähnelt aber sonst dem der anderen mineralischen Tieflandbachtypen (Fauna-Index Mineralische Tieflandbäche; Anzahl Trichoptera-Arten).

EPT [%] (HK): Ein hoher Anteil EPT-Taxa an den Gesamtindividuen indiziert u. a. eine typspezifische Strukturvielfalt und eine natürliche Habitatzusammensetzung. Niedrige Werte des Metrics (<= 42 %) deuten auf ein Artendefizit sowie verscho­bene Arten- und Abundanzverhältnisse innerhalb dieser charakteristischen Gruppe hin. Ein Faktor, der die Höhe des Metric-Wertes beeinflusst, ist der Ackeranteil im Einzugsgebiet.

Fauna-Index Typ 14/16: Der Index ist hoch mit positiven Strukturelementen korreliert und bewertet somit vor allem die Auswirkungen struktureller Degrada­tion auf Habitatebene (z. B. Vorkommen oder Fehlen bestimmter Mikrohabitate), reagiert aber auch auf Beeinträchtigungen auf Einzugsgebietebene (z. B. verstärkte Sedimentation aus intensiv landwirtschaftlich genutzten Flächen). Höhere Werte des Metrics (> 0,38) sind durch das Vorkommen von Taxa, die bevorzugt Gewässer mit naturnaher Morphologie besiedeln bedingt und indi­zie­ren ein strukturell intaktes Gewässer (z. B. xylophage Arten der Köcherfliegen­gattung Lype sp.). Strukturelle Verarmung zeigt sich durch das Vorkommen von Taxa, die in Gewässern mit degradierter Morphologie verbreitet sind, darunter die Eintagsfliege Caenis horaria oder die Köcherfliege Goera pilosa in größeren Individuendichten.

Faktoren, die die Höhe des Metric-Wertes bestimmen, sind insbesondere die Strömungsdiversität sowie der Waldanteil im Einzugsgebiet.

Anzahl Trichoptera-Arten: Köcherfliegen sind in naturnahen Löss-lehmge­prägten Tieflandbächen mit mehreren, teilweise spezialisierten Arten vertreten (> 7 Taxa), die bevorzugt die Hartsubstratbildungen aus Lehm besiedeln und das Vorkommen einer typspezifischen Makrozoobenthoszönose indizieren. Typspezi­fische Arten sind u. a. Lasiocephala basalis, Arten der Gattung Sericostoma, die sich vorwiegend als Zerkleinerer ernähren sowie die strömungsliebende Art Agapetus fuscipes. Niedrige Werte des Metrics lassen u. a. auf Strukturarmut schließen. Ein weiterer Faktor, der das Vorkommen von Trichoptera-Arten beein­flusst, ist der Waldanteil im Einzugsgebiet.

Litoral-Besiedler [%]: Der Anteil an Litoral-Besiedlern, Arten, die bevorzugt in den Uferzonen von Stillgewässern oder Stillwasserbereichen großer Flüsse siedeln, ist in naturnahen Gewässern des Typs 18 sehr gering (<= 2 %). Ist der Anteil an Litoral-Besiedlern (z. B. Caenis horaria, Lymnaea stagnalis) erhöht (>= 12,40 %), ist das natürliche Fließverhalten des Gewässers gestört. Mögliche Ursachen sind vor allem Stauhaltung und fehlende Beschattung mit dem dadurch bedingten Aufwuchs von größeren, stillwassertypischen Makrophytenbeständen. Weiterhin bestimmt wird die Höhe des Metric-Wertes auch durch den Ackeranteil im Einzugsgebiet.


Modul „Versauerung“:

Für diesen Gewässertyp nicht relevant.

Textliche Erläuterung:

entfällt


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Prachtlibelle auf Grashalm

© 2018Universität Duisburg Essen | Datum: 18.10.2018
Online: http://fliessgewaesser-bewertung.de/kurzdarstellungen/bewertung/typ18/index.php