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Typ 7: Grobmaterialreiche, karbonatische Mittelgebirgsbäche


Relevante Bewertungsmodule:

„Saprobie“, „Allgemeine Degradation“


Modul „Saprobie“:

Tabelle 1: Grundzustand und Klassengrenzen des Saprobienindex

Grundzustand
Metric-Werte der Klassengrenzen
Metric-Typ
Metric-Name
KG 1/2
KG 2/3
KG 3/4
KG 4/5
T
Saprobienindex
1,45
1,60
2,10
2,75
3,35

Textliche Erläuterung:

Der Gewässertyp zeichnet sich durch einen vergleichsweise niedrigen sapro­biellen Grundzustand aus. Bedingt durch eine aufgrund der Höhenlage geringe Wassertemperatur, eine weitgehende Beschattung des Wasserkörpers sowie die Rauhigkeit der Sohle mit einer turbulenten Strömung wird in ausreichendem Maße atmosphärischer Sauerstoff in die Gewässer eingebracht. Trotz eines hohen exogenen Eintrages organisch abbaubaren Materials ist die Autosaprobität vergleichsweise gering, da, aufgrund des hohen Beschattungsgrades, die Primär­produktion innerhalb der Gewässer auf ein niedriges Niveau beschränkt bleibt.


Modul „Allgemeine Degradation“:

Tabelle 2: Ankerpunkte und Metric-Werte der Core Metrics

Ankerpunkte
Metric-Werte der Klassengrenzen
Metric-Typ
Core Metric-Name
oben
unten
KG 1/2
KG 2/3
KG 3/4
KG 4/5
Z/A
EPT [%] (HK)
65,00
20,00
56,00
47,00
38,00
29,00
T
Fauna-Index Typ 5
1,30
-1,10
0,82
0,34
-0,14
-0,62
F
Epirhithral-Besiedler [%]
25,00
5,00
21,00
17,00
13,00
9,00
F
Rheoindex (HK)
1,00
0,55
0,91
0,82
0,73
0,64

Erläuterung der Metric-Auswahl:

Die Grobmaterialreichen, karbonatischen Mittelgebirgsbäche zeichnen sich im naturnahen Zustand durch grobe Sohlsubstrate (Steine, Schotter), durchsetzt mit Feinsedimenten und organischen Substraten sowie ein vielfältiges, vorwiegend schnelles Fließverhalten (Rheoindex (HK)) aus. Es herrschen hinsichtlich Strömung, Sauerstoff und niedrigen Wassertemperaturen anspruchsvollere Arten vor, die längszönotisch dem Epi- und Metarhithral zuzuordnen sind (Epirhithral-Besiedler [%]). Ephemeroptera, Plecoptera und Trichoptera stellen in naturnahen Gewässern dieses Typs bis zu 65 % der vorkommenden Individuen (EPT [%] (HK)). Die strukturelle Vielfalt bedingt das Vorkommen speziell angepasster, anspruchsvoller Arten (Fauna-Index Typ 5).

EPT [%] (HK): Ein hoher Anteil EPT-Taxa an den Gesamtindividuen indiziert u. a. eine hohe Strukturvielfalt und eine natürliche Habitatzusammensetzung. Niedrige Werte des Metrics (<= 47 %) deuten auf ein Artendefizit sowie verschobene Arten- und Abundanzverhältnisse innerhalb dieser charakteristischen Gruppe hin. Ein Umweltfaktor, der die Höhe des Metric-Wertes beeinflusst, ist insbesondere der Siedlungsanteil im Einzugsgebiet.

Fauna-Index Typ 5: Der Index bewertet die Auswirkungen struktureller Degra­da­tion auf Habitatebene (z. B. Vorkommen oder Fehlen bestimmter Mikrohabitate) und auf Einzugsgebietebene (z. B. verstärkte Sedimentation aus intensiv land­wirtschaftlich genutzten Flächen). Höhere Werte des Metrics (> 0,34) indizieren ein strukturell intaktes Gewässer und sind bedingt durch das Vorkommen von Taxa, die bevorzugt Gewässer mit naturnaher Morphologie besiedeln (z. B. strömungsliebende Lithalarten wie Prosimulium hirtipes oder Protonemura sp.). Strukturelle Verarmung zeigt sich durch das Vorkommen von Taxa, die in Gewässern mit degradierter Morphologie verbreitet sind. Bestimmt wird die Höhe des Metric-Wertes u. a. durch den Siedlungsanteil im Einzugsgebiet.

Epirhithral-Besiedler [%]: Das Vorkommen eines deutlichen Anteils an Epi­rhi­thral-Besiedlern (> 17,0 %), darunter Dipteren wie Liponeura sp. oder Köcher­fliegen wie Philopotamus sp., unterstreicht den rhithralen Charakter, den ein Gewässer dieser Größe (EZG: 10-100 km²) im naturnahen Zustand besitzt. Mögliche Ursachen für eine Erniedrigung des Anteils an Epirhithral-Besiedlern sind eine Störung des natürlichen Fließverhaltens (z. B. durch Aufstau) oder eine fehlende Beschattung und der damit verbundene Anstieg der Temperaturmittel­werte und -maxima. Bestimmt wird die Höhe des Metric-Wertes durch Faktoren wie den Waldanteil im Einzugsgebiet.

Rheoindex (HK): Der Index gibt das Verhältnis der rheophilen und rheobionten Taxa (z. B. Esolus angustatus) eines Fließgewässers zu den Stillwasserarten und Ubiquisten an und zeigt Störungen auf, die sich durch die Veränderung des Strömungsmusters (z. B. durch Ausbau und/oder Aufstau) in der Biozönose der Mittelgebirgsflüsse einstellen. Ein Faktor, der die Höhe des Metric-Wertes beeinflusst, ist insbesondere der Ackeranteil im Einzugsgebiet.


Modul „Versauerung“:

Für diesen Gewässertyp nicht relevant.

Textliche Erläuterung:

entfällt


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© 2018Universität Duisburg Essen | Datum: 11.12.2018
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